Archiv für die Kategorie ‘Reiseberichte’

Wandern in Sachsen

Mittwoch, 22. Juni 2011

Der Freistaat Sachsen ist neben seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung auch ein Naherholungsgebiet sowohl der Deutschen als Besuchern angrenzender Staaten. Die Sächsische Schweiz liegt auch heute noch sowohl auf tschechischen Gebiet als auch auf sächsischen und es kommt nicht selten vor, dass der Wanderer seine Urlaubsgrüße via Kurznachricht unbewusst über ein tschechisches Netz verschickt. Zahlreiche Wanderwege führen durch den Nationalpark Sächsische Schweiz und erlauben dem Wanderer Zutritt in die drei Zonen des Parkes. In Zone 1 und 2 ist der Besucher dazu angehalten die Natur zu respektieren, darf sich aber dennoch relativ frei bewegen. In Zone 3, dem Kernland des Parkes, versucht man aktive und passive Eingriffe des Menschen zu vermeiden, so dass lediglich kleine Wanderpfade mit hohem Schwierigkeitsgrad angelegt wurden um durch das naturbelassene Areal zu führen. Auch für Kletterfreunde gibt es eine große Auswahl an Kletterrouten, die meistens schon über einen idyllischen Wanderweg eingeleitet werden. Etwas unbekannter aber nicht minder schön ist das Zittauer Gebirge, welches ähnliche Landschaftsformen wie die Sächsische Schweiz aufweist aber weniger Besucher anzieht. Beide Regionen sind über die Städte Dresden, Leipzig und Zittau hervorragend zu erreichen und tragen zur Stärkung des gesamtes sächsischen Raumes bei.

Ein weiteres Highlight für Wanderer ist das immer bekannter werdende Grüne Band. Der ehemalige deutsch-deutsche Grenzkorridor wurde seit der Wiedervereinigung der Natur überlassen und hat sich dadurch zu einem einzigartigen Biotop entwickelt. Es berührt neben Sachsen auch die Bundesländer Thüringen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg und hat neben der naturräumlichen Bedeutung auch einen symbolischen Wert für einen überregionalen Naturschutz. Auch touristisch gewinnt der auch gerne als „Grünstreifen“ bezeichnete Weg an Bedeutung und kann im gleichen Atemzug wie dem Rheinsteig und dem Europawanderweg 4 genannt werden. Der sächsische Teil ist der ideale Startpunkt, allerdings besteht die Möglichkeit erst im beschaulichen und kulturhistorisch bedeutsamen Harz anzufangen oder ein paar Tage Pause zu machen. Von einem Ferienhaus in Quedlinburg aus kann man dann Tageswanderungen auf den Brocken unternehmen oder die historischen Stadtkerne von Werningerode, Göttingen oder Quedlinburg erkunden.

Weiter im Norden können die Wanderschuhe gegen Paddel eingetauscht werden, da sowohl die Weser als auch die Elbe im frühen Verlauf als Grenzfluss fungierten. Besonders im Bereich des nördlichen Brandenburgs ist ein Kanu eine durchaus zu überdenkende Option, da hier das Gelände meist äußerst naturbelassen ist und auch erfahrenden Wanderern höchste Konzentration abverlangt. Entlang der Lüneburger Heide kann man sich dann so langsam schon mal auslaufen bevor man im Anschluss an den 770 Kilometer langen Fernwanderweg dann an den Stränden der Ostsee entspannen und die Seele baumeln lassen kann.

Meißener Porzellan damals und heute ein Schatz für Sachsen

Montag, 22. Juni 2009

Das Porzellan der bekannten Manufaktur in Meißen, das so genannte Meißener Porzellan, wird in Europas erster und im 18. Jahrhundert auch führenden Porzellanmanufaktur hergestellt. Bis zum Jahr 1863 wurde es auf der Albrechtsburg in Meißen produziert, danach im eigenen Werk (heute auch mit Porzellanmuseum).

Im Jahr 1710 wurde die Manufaktur als „Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur“ gegründet. Als “Königlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur Meissen“ ging sie dann 1806 in Staatseigentum über und nannte sich dann ab 1918 „Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen“. Während der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bis hin zur Wende war die Porzellanmanufaktur dann ein Volkseigener Betrieb (VEB). Seit dem Jahr 1991 ist der offizielle Name „Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH“, mit ihrem Gesellschafter, dem Freistaat Sachsen.

Das Markenzeichen der Meißener Porzellanmanufaktur sind zwei sich kreuzende Schwerter. Die Schwertermarke gibt es seit dem Jahr 1731, als es Pflicht wurde, alle Porzellane aus Meißen mit einer Marke zu versehen. Dies war wichtig zur Kennzeichnung von brauchbarer Qualitätsmarken, aber auch wichtig, um Weißware zu markieren. Dafür werden an den Schwertermarken typische Schleifstriche angezeichnet.

Das Porzellanmuseum zeigt Gefäßformen, Dekor, Figuren aus den letzten Jahrhunderten und berichtet über die Entwicklung des Meißener Porzellans. Ebenso gibt es hier eine Schauwerkstatt, in der Besucher den Prozess des Verzierens direkt mit verfolgen können. Von den Modellmachern bis zum Bemalen – hier erfährt man alles Wissenswerte über die Geschichte und Herstellung des „weißen Goldes“.