Der Freistaat Sachsen ist neben seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung auch ein Naherholungsgebiet sowohl der Deutschen als Besuchern angrenzender Staaten. Die Sächsische Schweiz liegt auch heute noch sowohl auf tschechischen Gebiet als auch auf sächsischen und es kommt nicht selten vor, dass der Wanderer seine Urlaubsgrüße via Kurznachricht unbewusst über ein tschechisches Netz verschickt. Zahlreiche Wanderwege führen durch den Nationalpark Sächsische Schweiz und erlauben dem Wanderer Zutritt in die drei Zonen des Parkes. In Zone 1 und 2 ist der Besucher dazu angehalten die Natur zu respektieren, darf sich aber dennoch relativ frei bewegen. In Zone 3, dem Kernland des Parkes, versucht man aktive und passive Eingriffe des Menschen zu vermeiden, so dass lediglich kleine Wanderpfade mit hohem Schwierigkeitsgrad angelegt wurden um durch das naturbelassene Areal zu führen. Auch für Kletterfreunde gibt es eine große Auswahl an Kletterrouten, die meistens schon über einen idyllischen Wanderweg eingeleitet werden. Etwas unbekannter aber nicht minder schön ist das Zittauer Gebirge, welches ähnliche Landschaftsformen wie die Sächsische Schweiz aufweist aber weniger Besucher anzieht. Beide Regionen sind über die Städte Dresden, Leipzig und Zittau hervorragend zu erreichen und tragen zur Stärkung des gesamtes sächsischen Raumes bei.
Ein weiteres Highlight für Wanderer ist das immer bekannter werdende Grüne Band. Der ehemalige deutsch-deutsche Grenzkorridor wurde seit der Wiedervereinigung der Natur überlassen und hat sich dadurch zu einem einzigartigen Biotop entwickelt. Es berührt neben Sachsen auch die Bundesländer Thüringen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg und hat neben der naturräumlichen Bedeutung auch einen symbolischen Wert für einen überregionalen Naturschutz. Auch touristisch gewinnt der auch gerne als „Grünstreifen“ bezeichnete Weg an Bedeutung und kann im gleichen Atemzug wie dem Rheinsteig und dem Europawanderweg 4 genannt werden. Der sächsische Teil ist der ideale Startpunkt, allerdings besteht die Möglichkeit erst im beschaulichen und kulturhistorisch bedeutsamen Harz anzufangen oder ein paar Tage Pause zu machen. Von einem Ferienhaus in Quedlinburg aus kann man dann Tageswanderungen auf den Brocken unternehmen oder die historischen Stadtkerne von Werningerode, Göttingen oder Quedlinburg erkunden.
Weiter im Norden können die Wanderschuhe gegen Paddel eingetauscht werden, da sowohl die Weser als auch die Elbe im frühen Verlauf als Grenzfluss fungierten. Besonders im Bereich des nördlichen Brandenburgs ist ein Kanu eine durchaus zu überdenkende Option, da hier das Gelände meist äußerst naturbelassen ist und auch erfahrenden Wanderern höchste Konzentration abverlangt. Entlang der Lüneburger Heide kann man sich dann so langsam schon mal auslaufen bevor man im Anschluss an den 770 Kilometer langen Fernwanderweg dann an den Stränden der Ostsee entspannen und die Seele baumeln lassen kann.